Chronometer tragen
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Wenn es um Armbanduhren geht kommt häufig der Begriff Chronometer vor, doch was bedeutet diese Bezeichnung eigentlich? Es handelt sich bei dieser Bezeichnung um eine Auszeichnung für die Genauigkeit der Uhren. Chronometer dürfen sich ausschließlich die Uhren nennen die über eine extrem hohe Ganggenauigkeit verfügen.

Solche Uhren werden von unabhängigen Prüfstellen untersucht, eine diese Prüfstellen hat ihren Sitz in der Schweiz, dabei handelt es sich um COSC. Eine solche Prüfung findet über einen Zeitraum von 15 Tagen statt, in dieser Zeit werden die Uhren in verschiedenen Positionen gelagert und den unterschiedlichsten Temperaturen ausgesetzt.

Abgeleitet wird der Name Chronometer von 2 griechischen Wörtern: zum einen von „chronos“ – Zeit und zum anderen von „metrein“ – Maß/Maßstab.

Die Beliebtheit dieser Präzisionsuhren ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen, so das neue Prüfstellen für die Ganggenauigkeit der Uhren in Deutschland und in der Schweiz eingerichtet worden sind. Die Chronometer werden heute durch ein standardisiertes Messverfahren offiziell überprüft.

Im Jahr 2009 hatte das Musée d’horlogerie du Locle Château des Monts sein 50-jähriges Bestehen, aus diesem Anlass führte das Museum einen Wettbewerb für Chronometer ein, dem „Internationale Chronometrie Wettbewerb“. Die Chronometer erhalten erst nach bestandener Prüfung der Ganggenauigkeit ihre Qualitätszertifikat, dafür durchlaufen die Uhren 7 Prüfstellen (Qualité Fleurier, Patek Seal und Grand Seiko).

Entstehung der Chronometer

Auf See wurde schon vor 300 Jahren die geographische Lage bestimmt, dieses war allerdings ein sehr schwieriges Unterfangen. Der Breitengrad konnte mit Hilfe eines Sextanten bis auf einige Meilen ziemlich genau bestimmt werden, für die Bestimmung des Längengrades brauchte man allerdings eine sehr genaue Zeitangabe.So entstanden die ersten Uhren bei denen die Ganggenauigkeit gegeben sein musste, bei einer Abweichung der Uhr von z.B. 10 Sekunden beträgt die Abweichung umgerechnet 3,5 Kilometer.

Chronometer Ganggenauigkeit
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Da alle Schiffsnationen Probleme bei der Ermittlung des Längengrades hatten wurde im Jahr 1714 von England ein Wettbewerb mit einem Preisgeld zur Lösung des Problems ausgeschrieben. Das Preisgeld betrug für damalige Verhältnisse eine unglaublich hohe Summe von 20.000 Pfund, für diese Summe hätten damals 10 Schiffe gebaut werden können.

Erst im Jahr 1735 stellte der Zimmermann John Harrison mehrere Uhren vor die er entwickelt hatte, die Ganggenauigkeit erreichte aber auch bei diesen Uhren erst im Jahr 1759 eine Genauigkeit die nur 1 Sekunde pro Tag betrug.

Die Uhren die Harrison entwickelte waren zwar sehr erfolgreich, lagen aber preislich zu hoch. Es vergingen noch viele Jahre bis der Durchbruch gelang, dies gelang dem Uhrmacher John Arnold durch die Weiterentwicklung eines Models von Harrison im Jahr 1778. 1780 wurde dann der Begriff Chronometer durch Harrison geprägt, dieser setzte die Bezeichnung bei seinen Uhren ein. im Jahr 1805 wurde das Preisgeld dann an Harrisons Sohn ausgezahlt, da Harrison selber schon verstorben war.

Aktuell Markenhersteller

Grundsätzlich werden nur die besonders hochwertigen Uhren durch die Chronometer-Prüfungen geschickt. Die Auszeichnung Chronometer wird von vielen deutschen und schweizerischen Unternehmen als Gütesiegel für ihre Produkte verwendet.

Auf dem Markt sind viele Chronometer erhältlich u.a. von Mido, Ebel, Certina, Breitling, Omega, Rolex, Rado, Corum, TAG Heuer, Chopard, Panerai, Tissot, Ball Watch, Bremont oder Junghans.